HSU

HSU- diese Abkürzung steht für Herkunftssprachlichen Unterricht.

Aufgaben des HSU

Zwei- und mehrsprachig aufwachsende Kinder erleben in ihrer Umgebung immer natürlich die Landessprache Deutsch. Sie wachsen mehrsprachig auf. Diese Mehrsprachigkeit zu fördern ist die 1. Aufgabe des HSU.

Da mehrsprachig aufwachsende Kinder auch in einer kulturell komplexen Wirklichkeit leben, ist die 2. Aufgabe des HSU Grundlagen für das anspruchsvolle Programm der interkulturellen Handlungsfähigkeit zu legen und diese zu fördern.

“Damit bereitet der herkunftssprachliche Unterricht in erster Linie auf die Existenz in einer kulturell pluralen Lebenswirklichkeit vor, die heute für viele europäische Länder aufgrund von anhaltenden Wanderungsbewegungen und hoher beruflicher Mobilität charakteristisch ist” (Übergreıfende Richtlinien  Muttersprachlicher Unterricht Lehrplan für die Jahrgänge 1 bis 4 und 5 bis 6).

Die 3. Aufgabe und somit Berührungspunkt mit dem gesamten Regelunterricht ist die Förderung des schulischen Lernens.

Beitrag des HSU zum allgemeinen Schulerfolg:

  • Frühe Anbahnung  sprachbezogener Lern- und Arbeitstechniken und dadurch Förderung von Selbständigkeit und Eigenverantwortung
  • Begrifflich Brücken zum Deutsch- und später zum Fremdsprachenunterricht bauen
  • Sprachliches Lernen erfolgt themen- und inhaltsorientiert
  • Herstellung von Bezügen zu den “Sachfächern”

HSU kann alle Lernleistungen des übrigen Unterrichts unterstützen. Dazu ist es wichtig, dass die Lehrkräfte des Herkunftssprachlichen Unterrichts in das Lerngeschehen der einzelnen Lerngruppen einbezogen sind.

Übergeordnete Ziele

  • Systematische Entwicklung von mündlicher und schriftlicher Handlungsfähigkeit
  • Orientierung für eine kulturell komplexe Lebenswirklichkeit
  • Begleitung der Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg durch den Alltag der Regelschule
  • Angebot der Islamischen Unterweisung im Rahmen des HSU – Türkisch

Organisation

  • Bildung von sprachbezogenen Lerngruppen mit einer genügend großen Zahl von Kindern, aber klassenübergreifend und schulübergreifende Gruppenbildung möglich
  • Zusätzlicher Unterricht – 5 Wochenstunden
  • qualifizierte Lehrerkräfte
  • Freiwilliger Besuch des HSU, aber: verbindliche Anmeldung

Die im Lehrplan beschriebenen Prinzipien zur Gestaltung von Lernsituationen gelten ebenso für den Regelunterricht:

  • Erfahrungsbezogenes Lernen
  • Handlungsbezogenes Lernen
  • Individuelles und gemeinsames Lernen
  • Interkulturelles Lernen

Aus den Lehrplänen:

Zeitlichen Vorrang hat die Einführung der Schriftsprache im Sprachunterricht

Deutlich zeitlich verzögerte Einführung der Buchstaben im HSU

 

Leistung und ihre Bewertung

Der thematisch orientierte Unterricht leistet einen wichtigen Beitrag für einen leistungsorientierten Unterricht.

Schüler planen ihre Arbeit mit.

Ein solches Verständnis von Unterricht schließt aus, dass an alle Schülerinnen und Schüler zu jeder Zeit dieselben Anforderungen gestellt werden.

Leistungsbewertung bezieht sich auf die individuellen Möglichkeiten der Kinder und versteht die Fortschritte als individuelle Fortschritte. Sie gibt Aufschluss über den Stand des Lernprozesses des jeweiligen Kindes.

Grundlagen sind alle im Zusammenhang mit Unterricht erbrachten Leistungen, insbesondere schriftliche Arbeiten, mündliche und praktische Leistungen (ASchO §21).

Die verbindlichen Lernziele bis Klasse 6 sind auf unterschiedlichem Niveau erreichbar.

 

Schriftl. Arbeiten:

Ein Aufsatz oder ein Diktat können nur Ausschnitte aus dem umfassenden Leistungsspektrum sein.

Zu den praktischen Leistungen gehören auch handlungsbezogene oder im projektorientierten Unterricht geleistete Beiträge, auch die Mitarbeit bei der Planung und Durchführung von Festen usw.

Klassenarbeiten: frühestens ab Klasse 5

 

Zeugnisse:

Noten sind nicht versetzungsrelevant (laut AO-SI)

  • Für Kinder der Klassen 1 und 2 werden zum Schuljahresende die Leistungen in einem kurzen Text beschrieben.
  • Für Kinder der Klassen 2 werden Leistungen zusätzlich  in einer Note zusammengefasst.
  • Für Kinder der Klasse 3 werden zum Ende eines jeden Halbjahres die Leistungen in einem kurzen Text beschrieben und zusätzlich in einer Note zusammengefasst. (Bei Verzicht auf Noten entfallen diese.)
  • Für Kinder der Klassen 4, 5 und 6 werden jeweils zum Halbjahr die Leistungen in einer Note zusammengefasst.
  • Bei Kindern mit Förderbedarf im Bereich Lernen oder Geistiger Entwicklung werden die Leistungen an Stelle einer Note in einem kurzen Text beschrieben.

Je nach Form der schriftlichen Arbeit dürfen und sollen die Schülerinnen und Schüler Hilfsmittel wie im Regelunterricht benutzen (Wörterbücher, Nachschlagewerke, Wortsammlungen usw.)..

Der Unterricht mit Migrantenkindern dient dem Ziel, ihre soziale Integration zu fördern und ihre Schulleistungen zu verbessern. Dieses Ziel wird künftig am Output, also der messbaren Wirksamkeit der eingesetzten Stellen, gemessen werden. Diese Neuorientierung bezieht den muttersprachlichen Unterricht ausdrücklich ein.